Fischerort mit den größten Wellen der Welt
Nazaré liegt an der Atlantikküste im Zentrum Portugals, rund 120 Kilometer nördlich von Lissabon, und war über Jahrhunderte ein beschauliches Fischerdorf. Weltweite Bekanntheit erlangte der Ort erst in den vergangenen Jahren durch ein besonderes Naturphänomen: Vor der Küste treffen hier Meeresströmungen auf einen tiefen unterseeischen Canyon, wodurch teils über 20 Meter hohe Wellen entstehen, die zu den größten je gesurften Wellen der Welt zählen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Fischerort an der Atlantikküste, rund 120 Kilometer nördlich von Lissabon.
- Weltberühmt für die höchsten je gesurften Wellen am Strand Praia do Norte.
- Gegliedert in die Unterstadt am Strand und die auf einer Klippe gelegene Oberstadt Sítio.
- Beste Zeit für sehr große Wellen ist meist der Winter, von Oktober bis März.
- Auch abseits des Surfens ein charmanter Ort mit langem Sandstrand und traditioneller Fischerkultur.
Das Phänomen der Riesenwellen
Verantwortlich für die außergewöhnlichen Wellen vor Nazaré ist der Nazaré-Canyon, eine bis zu 5000 Meter tiefe unterseeische Schlucht, die direkt vor der Küste beginnt. Trifft eine Atlantikschwellung auf diesen Canyon, wird die Energie der Welle gebündelt und beim Auflaufen auf den flacheren Küstenbereich extrem verstärkt. Das Ergebnis sind Wellen, die bei starkem Winterschwell über 20 Meter Höhe erreichen können und den Praia do Norte in Nazaré zu einem der bekanntesten Big-Wave-Spots der Welt gemacht haben. Internationale Profisurfer reisen gezielt hierher, um bei geeigneten Bedingungen neue Rekordwellen zu reiten.
Unterstadt und Oberstadt
Nazaré besteht aus zwei deutlich unterscheidbaren Teilen: der Unterstadt direkt am langen Sandstrand mit ihrer Strandpromenade, Fischrestaurants und traditionellen Häusern, sowie der Oberstadt Sítio, die auf einer steilen Klippe rund 100 Meter über dem Meer liegt. Verbunden sind beide Stadtteile durch eine historische Standseilbahn. Von der Aussichtsplattform am Rand der Klippe, direkt beim Leuchtturm Farol da Nazaré, hast du den besten Blick auf den Praia do Norte und bei entsprechenden Bedingungen auf die berühmten Riesenwellen.
Fischerkultur und Tradition
Abseits des Surf-Rummels ist Nazaré nach wie vor ein aktiver Fischereihafen. Traditionell trugen die Frauen des Ortes mehrlagige, bunte Röcke, eine Tracht, die bis heute bei Festen gezeigt wird und an die harte Geschichte der Fischerfamilien erinnert, deren Männer oft wochenlang auf See waren. Am Strand werden bis heute gelegentlich Fische auf traditionelle Weise zum Trocknen aufgehängt, ein Bild, das die enge Verbindung des Ortes zum Meer verdeutlicht.
Strand und Umgebung
Der breite, mehrere Kilometer lange Sandstrand der Unterstadt eignet sich in den Sommermonaten gut zum Baden, auch wenn der Atlantik hier deutlich kühler und wellenreicher ist als an der Algarve. Wer die Region weiter erkunden möchte, kann Nazaré gut mit einem Ausflug in die nahe gelegene mittelalterliche Stadt Óbidos oder zum Kloster von Alcobaça verbinden. Auch Wanderer finden entlang der Küste und der Klippen von Sítio schöne Strecken; mehr dazu in unserer Themenwelt Wandern.
Surfen in Nazaré
Auch wenn die extremsten Wellen ausschließlich erfahrenen Profisurfern vorbehalten sind, ist Nazaré Teil der lebendigen portugiesischen Surfszene und zieht Wellenreiter unterschiedlichen Niveaus an, insbesondere an den ruhigeren Stränden südlich der Klippe.
Übernachten und Anreise
In Nazaré gibt es eine gute Auswahl an Hotels und Ferienwohnungen, viele mit Blick auf den Atlantik. Der Ort lässt sich am besten mit dem Mietwagen ab Lissabon erreichen und gut mit weiteren Zielen an der Westküste kombinieren.
Fazit
Nazaré verbindet traditionelle portugiesische Fischerkultur mit einem der spektakulärsten Naturphänomene der Küste. Ob wegen der Riesenwellen im Winter oder wegen des langen Sandstrands im Sommer: Der Ort ist ein lohnender Zwischenstopp zwischen Lissabon und der Küste im Norden Portugals.