Portugal mit dem Rad entdecken
Radfahren hat sich in Portugal in den vergangenen Jahren zu einer festen Größe im Reiseangebot entwickelt. Ehemalige Bahntrassen wurden zu asphaltierten Radwegen umgebaut, das hügelige Douro-Tal zieht ambitionierte Rennradfahrer an, und die weiten Ebenen des Alentejo eignen sich hervorragend für gemütlichere Mehrtagestouren. Anders als beim Wandern lässt sich mit dem Rad an einem Tag deutlich mehr Landschaft erleben, was Portugal für Radreisen besonders attraktiv macht.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ecovias sind ehemalige Bahntrassen, die zu flachen, gut ausgebauten Radwegen umgewandelt wurden.
- Das Douro-Tal bietet anspruchsvolle, aber landschaftlich beeindruckende Strecken durch die Weinberge.
- Der Alentejo eignet sich mit seinen weiten, ruhigen Ebenen gut für längere Radreisen.
- Entlang der Küste, etwa an der Algarve, gibt es eigene Küstenradwege.
- Beste Reisezeit für Radtouren sind Frühling und Herbst, wenn es kühler ist als im Hochsommer.
Ecovias: Radwege auf alten Bahntrassen
In mehreren Regionen Portugals wurden stillgelegte Eisenbahnstrecken zu sogenannten Ecovias umgebaut, meist asphaltierten oder gut befestigten Radwegen mit geringer Steigung. Diese Strecken folgen den sanften Kurven ehemaliger Bahntrassen durch Flusstäler und Dörfer und eignen sich damit auch für weniger geübte Radfahrer oder Familien. Bekannte Beispiele finden sich unter anderem im Norden des Landes entlang ehemaliger Nebenstrecken, die heute autofrei befahrbar sind.
Douro-Tal: anspruchsvoll und landschaftlich beeindruckend
Wer es sportlicher mag, findet im Douro-Tal eine der eindrucksvollsten, aber auch anspruchsvollsten Radregionen Portugals. Die Straßen und Wege schlängeln sich durch steile, terrassierte Weinberge oberhalb des Flusses, mit teils kräftigen Steigungen und entsprechend belohnenden Ausblicken. Die Region lässt sich gut mit einem Aufenthalt in Porto oder einer Weinverkostung auf einer der Quintas verbinden, siehe Weinverkostung Douro & Alentejo.
Alentejo: weite Ebenen, ruhige Straßen
Der Alentejo im Süden des Landes ist dünn besiedelt und bietet mit seinen sanften Hügeln, Korkeichenhainen und wenig befahrenen Landstraßen ideale Bedingungen für mehrtägige Radreisen im eigenen Tempo. Historische Städte wie Évora lassen sich gut als Zwischenstopp einplanen. Die Region ist im Sommer sehr heiß und trocken, weshalb sich Frühling und Herbst hier besonders als Reisezeit für Radtouren eignen.
Küstenradwege
Auch entlang der Küste gibt es zunehmend ausgebaute Radwege, etwa an der Algarve, wo Radwege Küstenorte miteinander verbinden und dabei Ausblicke auf die charakteristischen Steilküsten bieten. Solche Strecken lassen sich gut mit einem Strandtag kombinieren, siehe Portugal Strände.
Mountainbiken abseits der Wege
Neben klassischen Radwegen bietet Portugal auch bergiges Terrain für Mountainbiker, etwa in den Hügeln rund um Sintra oder in Teilen der Serra da Estrela im Landesinneren. Wer lieber zu Fuß unterwegs ist, findet in denselben Regionen auch attraktive Wanderwege, siehe Portugal Wandern.
Praktische Hinweise
Radverleih und Organisation
In den touristisch erschlossenen Regionen, insbesondere an der Algarve und im Douro-Tal, ist Radverleih inklusive Zubehör mittlerweile gut verfügbar. Für mehrtägige Touren bieten einige Anbieter auch Gepäcktransport zwischen den Etappenorten an, sodass sich längere Strecken ohne schweres Gepäck zurücklegen lassen.
Beste Reisezeit
Für Radtouren eignen sich vor allem Frühling und Herbst, da die Temperaturen dann angenehmer sind als im heißen, oft über 30 Grad warmen Sommer im Landesinneren. Einen Überblick über das Klima gibt die Seite Wetter in Portugal.
Fazit
Von entspannten Ecovias über anspruchsvolle Steigungen im Douro-Tal bis zu ruhigen Landstraßen im Alentejo: Portugal bietet für nahezu jedes Fitnesslevel passende Radrouten. Wer mehrere Regionen kombiniert, erlebt auf dem Sattel eine beeindruckende Bandbreite an Landschaften.